DJI Zenmuse XT: Infrarot- und Wärmebildkamera für DJI Quadrocopter

DJI Innovations stellte vor wenigen Stunden eine Wärmebildkamera für die Quadrocopter DJI Inspire 1 und DJI Matrice M100 vor. Das neue DJI Zenmuse XT System soll neue Maßstäbe in der Luftbildfotografie setzen und als Rundum-sorglos-Paket innerhalb von zahlreichen Anwendungsgebieten zum Einsatz kommen.


Vor wenigen Stunden stellte der führende Quadrocopter-Hersteller DJI Innovations in San Francisco ein neues Kamerasystem für zwei aktuelle Drohnen-Modelle vor. Das DJI Zenmuse XT ist ein Verbund aus Kamera-Ausgleichsystem (Gimbal) und einer Wärmebild-Kamera. Das System wird per Plug-and-Play-Verbindung an DJI-Drohnen befestigt und soll somit als erstes Wärmebild-System im Rahmen der Luftbildfotografie insbesondere durch hohen Komfort und hohe Praktikabilität überzeugen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen soll spezielles Know-how bei diesem Thermalkamera-Drohnen-System nicht notwendig sein.

DJI Innovations & FLIR Systems: Kollaboration trägt erste Früchte

DJI Matrice M100 und DJI Inspire 1 – beide Quadrocopter sind mit den XT-Kameras bestückt.

DJI Matrice M100 und DJI Inspire 1 – beide Quadrocopter sind mit den XT-Kameras bestückt.

Das DJI Zenmuse XT steht exemplarisch für die ersten fruchtbaren Ergebnisse zwischen DJI Innovations und FLIR Systems. Die gemeinsame Kollaboration sieht unter anderem eine stärkere Positionierung im professionellen und gewerblichen Markt vor. Mit dem System fließen aktuelle Technologien von DJI Innovations sowie FLIR Systems zusammen. DJI stellt Drohne, Ausgleichssystem sowie Bildübertragung bereit, während das Kameramodul eine Eigenentwicklung von FLIR Systems ist. Die XT-Kamera gleicht der schon vor wenigen Monaten vorgestellten FLIR VUE PRO-Thermalkamera.

DJI Inspire 1 Quadrocopter mit DJI Zenmuse XT-System.

DJI Inspire 1 Quadrocopter mit DJI Zenmuse XT-System.

Weitreichende Einsatzzwecke in Industrie, Agrikultur oder Rettung

Wärmebildkamera des DJI Zenmuse XT-Systems.

Das DJI Zenmuse XT-System soll in Kombination mit dem Profi-Quadrocopter und der Profi-Infrarotkamera beispielsweise in Bereichen der Agrikultur, der Gebäude- und Industrieinspektion oder aber bei behördlichen Gebieten (Nachsuche, Seenotrettung, Bergrettung, Strafverfolgung) zum Einsatz kommen. Zudem eignen sich Wärmebild-Kameras in Kombination mit Drohnen für Untersuchungen an Starkstromleitungen, Windkraftwerken sowie Solar- und Photovoltaik-Anlagen. Selbst bei der Brandbekämpfung sowie frühzeitigen Brandherd-Erkennung könnte ein solches System zum Einsatz kommen. Die Einsatzbereiche eines solchen Systems sind nahezu unerschöpflich – selbst im Rahmen der Luft-Boden-Archäologie werden solche Systeme als hilfreiches Instrument eingesetzt.

DJI Zenmuse XT im Detail

Im Rahmen des DJI Zenmuse XT-Systems wird es zwei Kameramodelle geben, die sich unter anderem durch ihre maximalen Auflösungen unterschieden. So bleibt die Wahl zwischen einem Modell mit einer maximalen Bildauflösung von 640 x 512 Pixel und einer weiteren Variante mit 336 x 256 Pixel. Neben unterschiedlichen Bildraten, anderen Zoom-Werten oder verschiedenen Linsen unterschieden sich die beiden Kameras auch hinsichtlich ihres Temperaturmessbereichs. Beim 640 x 512-Modell liegt der Temperaturmessbereich bei -25°C bis 135°C, beim 336 × 256-Modell gibt der Hersteller einen Messbereich von -25°C bis hin zu 100°C an. Die thermische Empfindlichkeit wird bei beiden Modellen mit weniger als 50 mK bei f/1.0 angegeben. Bilder (wahlweise im 8-bit-JPEG- oder 14-bit-TIFF-Format) sowie Videos (MP4-Format) werden auf einer microSD-Karte abgespeichert. Die beiden Kameramodelle werden sich nicht unerheblich auch in Sachen Preis unterscheiden. Neben den rein technischen Fakten verfügen die XT-Kameras über zahlreiche Sonderfunktionen oder Einstellparameter, die typisch für Wärmebildkameras dieser Art sind:

  • Spotmessung, Temperaturmessung im Bildmittenpunkt
  • digitaler Zoom
  • Foto-Modi (Single-Modus / Intervall-Modus)
  • Foto- und Video-Voransicht sowie Download
  • Fotoaufnahme während der Videoaufnahme
  • Verschiedene Kamera-Einstellungen und Kamera-Parameter einstellbar, z.b. Palette Color Look-up Table (LUT), Automatic Gain Control / Correction (AGC), Region of Interest (ROI), Isotherm-Modus
Thermal Imager / Infrarotkamera Uncooled VOx Microbolometer
FPA/digitales Video-Display-Format 640 × 512 336 × 256
Pixelabstand 17 μm
volle Bildraten 30 Hz (NTSC)
25 Hz (PAL)
30/60 Hz (NTSC)
25/50 Hz (PAL)
Emfindlichkeit (NEdT) <50 mK at f/1.0
Fotoformate JPEG (8 bit) / TIFF (14 bit)
Videoformate MP4
digitaler Zoom 2x, 4x, 8x 2x, 4x
verfügbare Linsen 7.5mm, 9mm, 13mm, 19mm 6.8mm, 9mm, 13mm, 19mm

DJI Lightbridge: Wärmebilder in der FPV-Ansicht

Die mit der Wärmebildkamera aufgenommenen Daten können nicht nur abgespeichert, sondern auch in Echtzeit auf einem Tablet, Monitor oder einer Videobrille angezeigt werden. In der DJI GO-App – eine Smartphone-App für iOS- und Android-Smartphones – kann zudem die Kamera per Fingertipp gesteuert werden. Durch den 360-Grad-Gimbal und das ausfahrbare Landegestell des DJI Inspire 1 hat die Kamera den absoluten Rundumblick. Zudem werden innerhalb des FPV-Bildes auch Telemetrie-Daten wie Höhe, Distanz oder Geschwindigkeit eingeblendet. Das DJI Lightbridge ist ein HD-Video-Downlink, das neben dem DJI Inspire 1 auch beim DJI Phantom 3 (Advanced / Professional) zum Einsatz kommt und abgesehen von der Echtzeit-Übertragung auch Übertragungsdistanzen von bis zu zwei Kilometern hinsichtlich Fernsteuerungssignale als auch Kamerasignale erlaubt. Die Laufzeiten mit einer Akkuladung sollen unter Verwendung der Wärmebildkamera je nach Quadrocopter-Modell zwischen 22 Minuten (DJI Inspire 1 und TB48-Akku) bis hin zu 35 Minuten (DJI Matrice M100 und TB48D-Akku) betragen.

Thermal Imaging in der DJI GO-App: Mittels DJI Lightbridge wird das Kamerabild direkt in Echtzeit auf ein Tablet oder einen Monitor übertragen. Innerhalb der App werden zudem wichtige Daten – etwa Höhe oder Distanz des Quadrocopters – eingeblendet.

Thermal Imaging in der DJI GO-App: Mittels DJI Lightbridge wird das Kamerabild direkt in Echtzeit auf ein Tablet oder einen Monitor übertragen. Innerhalb der App werden zudem wichtige Daten – etwa Höhe oder Distanz des Quadrocopters – eingeblendet.

Zum Preis macht DJI Innovations aktuell noch keine Angaben. Denkbar ist aber, dass allein das Kamerasystem je nach Variante mehrere tausend Euro kostet. Für den kommerziellen Einsatz unter Benutzung von Profis dürfte sich die dennoch vergleichsweise günstige Investition durchaus lohnen, zumal das System durch eine hohe Bedienerfreundlichkeit und schnelle Startbereitschaft überzeugt. Die erste Kamera aus der XT-Reihe soll im ersten Quartal 2016 erhältlich sein. Alle weitere Infos gibt es auf www.DJI.com.

DJI Zenmuse XT.

Je nach Einsatzzweck können die Thermalkameras mit optionalen Objektiven bestückt werden.

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