DJI Osmo | Handheld Gimbal

Der führende Multikopter- und Drohnen-Hersteller DJI Innovations ermöglicht mit dem neuen DJI Osmo verwackelungsfreie Videoaufnahmen jederzeit und überall. Wir haben uns den vielversprechenden Handheld-Gimbal im Detail angeschaut und erklären dir die wichtigsten Features und Funktionen.


Es ist noch gar nicht so lange her, als DJI Innovations ein recht unbekanntes Unternehmen war. Doch spätestens mit der ersten Quadrokopter-Generation – dem DJI Phantom 1 – wurde DJI Innovations zu einem weltbekannten und gleichzeitig extrem erfolgreichen Unternehmen. Den Einsteiger-Quadrokopter DJI Phantom gibt es mittlerweile in der dritten Generation (DJI Phantom 3). Mit dem DJI Inspire 1 hat der Marktführer einen weiteren Quadrokopter im Sortiment, der nach RTF-Bauweise (Ready to Fly = sofort flugbereit) konzipiert ist und durch eine einfache sowie selbsterklärende Steuerung nicht nur Hobby-Piloten, sondern auch professionelle Luftbild-Fotografen ansprechen soll. Nun folgt mit dem DJI Osmo – abgesehen vom in TV- und Cinema-Produktionen vielfach eingesetzten DJI Ronin Handheld-Gimbal – ein neues Handheld-Stabilisierungssystem, das sich jedoch im unteren Preissegment eingliedert und sich insofern als Alternative für Einsteiger und Hobby-Cinematografen eignen soll.

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Nur in Kombination mit X3-Kamera von DJI

Der DJI Osmo wird mit einer Kamera von DJI Innovations in Betrieb genommen. Mit einer Action-Kamera von GoPro, Rollei oder vergleichbaren Herstellern kann man den DJI Osmo leider nicht verwenden. Hier bietet sich der Kauf von Stabilisierungssystemen anderer Hersteller (z.B. Feiyu-Tech) an.

Wer den DJI Inspire 1 (ein Quadrokopter vom selben Hersteller) bereits sein Eigen nennen darf, kann hier sowohl Kamera als auch Gimbal abmontieren und am DJI Osmo weiterverwenden. Deshalb kann man den Griff des DJI Osmo auch einzeln kaufen. Auf Wunsch gibt es das Komplettpaket aus Griff, Kamera, Gimbal und Transport-Tasche (für 749,- Euro) sowie zwei weitere Paket-Varianten ohne Kamera (für 299,- Euro) bzw. ohne Kamera und diverses Zubehör (für 239,- Euro). Somit unterscheiden sich die Osmo-Kits lediglich durch ihren Umfang, denn die zum Lieferumfang gehörenden Teile sind an sich immer gleich. Beim günstigsten Paket ist lediglich der Griff enthalten, so dass man Akku, Ladegerät als auch Smartphone-Halterung extra kaufen muss. Abseits davon bietet DJI zahlreiches Zubehör für den Osmo an, etwa eine Auto-Halterung, eine Fahrrad-Halterung oder einen Verlängerungsarm für Selfie-Fotos und Selfie-Videos.

Kamera macht auch am Boden eine gute Figur

Die Spezifikationen der Osmo- bzw. X3-Kamera haben es in sich: Mit 4K-Videoauflösung und einer Fotoauflösung von 12 Megapixeln liegt die Osmo-Kamera im Bereich der hochwertigen Action-Kameras. Datenseitig überzeugt zudem das Sichtfeld von 94°, das zwar immer noch weitwinklig ist, jedoch Aufnahmen ohne stark verzerrte Bildränder bzw. ohne extremen Fisheye-Effekt erlaubt. Nicht zuletzt deshalb erfüllt die Osmo-Kamera gehobene Ansprüche, denn auch das Fotoformat kann sich mit einer DNG-Rohdatenoption durchaus sehen lassen. Bei Tageslicht überzeugt die X3-Kamera durch scharfe Details und satte Farben. Anders sieht das bei dämmrigen Verhältnissen und wenig Sonneneinstrahlung aus, denn dann kommt die Kamera des Handheld Gimbals eben doch schnell an ihre Grenzen.

Videoauflösungen

  • UHD: 4K (4096 x 2160) 24/25p
  • UHD 4K (3840 x 2160) 24/25/30p
  • 2.7K (2704 x 1520) 24/25/30p
  • FHD: 1920 x 1080 24/25/30/48/50/60/120p
  • HD: 1280 x 720 24/25/30/48/50/60p

Smartphones – aber keine Tablets!

Zum DJI Osmo gehört nebst Kamera sowie 61.8 x 48.2 x 161.5 Millimeter messenden und rund 200 Gramm schweren Handgriff auch eine Smartphone-Halterung, die – wie auch das sonstige Zubehör – erstaunlich hochwertig und solide verarbeitet ist. Größere Smartphones mit Dimensionen von bis zu 6 Zoll passen im Querformat ohne Weiteres in die Klemmhalterung hinein. Bei Tablets kommt der DJI Osmo allerdings an seine Grenzen. Ein Apple iPad Mini im Hochformat ist zwar gerade so drin, macht aber aufgrund des Querformats der DJI Go-App letztlich nur wenig Sinn. Apropos App: Zur Steuerung und Livebild-Anzeige des DJI Osmo kommt die schon bei den Multikoptern (z.B. DJI Inspire 1, DJI Phantom 3) verwendete DJI Go-App zum Einsatz. Hier können diverse Parameter – etwa Weißabgleich, ISO-Wert, Belichtungszeit oder Belichtungskorrektur – definiert und angepasst werden. Eine manuell einstellbare Blende gibt es bei der X3-Kamera nicht. Das Livebild  ist zwar qualitativ nicht so hochwertig und stabil wie bei den entsprechenden Quadrocoptern mit integriertem DJI Lightbridge Video-Downlink, reicht aber für den normalen Einsatz völlig aus. Aufnahmen werden übrigens auf einer microSD-Karte innerhalb der Kamera abgespeichert.

Akku reicht rund eine Stunde

Der im Handgriff versteckte und mit nur 980 mAh recht klein dimensionierte Akku erlaubt eine Betriebszeit von rund einer Stunde. Das entspricht auch der Herstellerangabe. Ein kurzweiliges Vergnügen ist das dennoch, weshalb der Kauf von zusätzlichen Akkus empfehlenswert ist. Positiv: Der Akku ist schnell austauschbar.

Nie wieder Wackeleien im Video!

Der Gimbal, der am Handgriff befestigt wird und letztlich den eigentlichen Nutzen des DJI Osmo definiert, macht seine Aufgaben extrem gut. Videos werden wie von Zauberhand von Wackeleien befreit und sanfte Kamerafahrten gelingen erstaunlich präzise. Innerhalb der Smartphone-App können diverse Einstellungen – etwa Reaktionsgeschwindigkeit oder Nullzone – definiert und den Bedürfnissen entsprechend angepasst werden.

Mit integriertem Mikrofon und 3,5-Millimeter-Klinkeneingang

Der DJI Osmo verfügt über ein integriertes Stereo-Mikrofon, das in der Praxis jedoch weniger taugt und letztlich nur einen stark verrauschten Ton aufzeichnet. Praktischerweise verfügt der Osmo über einen 3,5-Millimeter-Klinkeneingang, so dass auch externe Mikrofone angeschlossen werden können. Das lohnt sich insbesondere bei Interviews oder VLogs – YouTuber wird’s freuen.

Kompatible Mikrofone

  • Sennheiser MKE400
  • Sony ECM DS70P
  • Rode Videomic Pro
  • Mymyk Smartmyk
  • DED DV-889

Tolle und intuitive Bedienung

IMG_9725Die Bedienung des DJI Osmo könnte einfacher kaum sein. Zur Kamerasteuerung benutzt man den Joystick bzw. Trigger, den man mit dem Daumen in alle möglichen Richtungen schieben kann und der dank seiner geriffelten Struktur auch für rutschige Däumchen gut geeignet ist. Die Videoaufnahme selbst kann man mit einem weiteren Auslöse-Knopf steuern. Durch einen einmaligen Druck auf den unteren Knopf wird die Kamera entsprechend auf ein Motiv fixiert, mit einem zweimaligen Druck richtet sich das Kameraobjektiv in eine Nullstellung aus und gleicht in der Horizontalen aus. Die Bedienung des DJI Osmo ist selbst für unerfahrene Cinematografen ein erfreulich intuitives Spiel. Knöpfe, Buttons und Regler machen einen hochwertigen sowie langlebigen Eindruck.

Fazit und Empfehlung

Mit dem Osmo Handheld Gimbal ist dem Drohnen-Profi DJI ein großer Wurf gelungen. Die sowieso schon solide X3-Kamera in Kombination mit einem Handheld Gimbal dieser Art macht verwackelungsarme und qualitativ hochwertige Videos möglich. Die Verarbeitung ist ebenso perfekt wie durchdacht. Nur beim Preis muss man zweimal überlegen, ob der Osmo wirklich zum Equipment gehören soll.

Testbericht

DJI Omso Handheld Gimbal

9.4 Punktzahl

"Hohe Material- und Kameraqualität, erstaunliche sanfte Kamerafahrten, vielerlei Zubehör und praktische Livebild-Ansicht auf dem Smartphone machen den DJI Osmo zum "State of the Art"-Handheld Gimbal. Nur die Akkulaufzeit könnte besser und der Preis ein weniger niedriger sein – aber man kann ja nicht alles haben."

Wo kaufen:

Vorteile

  • mit X3-Kamera oder ohne X3-Kamera erhältlich
  • sehr gute Produktqualität
  • sehr gute Ausgleichsqualität
  • wechselbarer Akku
  • 3-Achsen-Stabilisierung
  • mit Kamera-Ansicht auf Smartphone
  • zahlreiches Zubehör erhältlich

Nachteile

  • nur in Kombination mit DJI-eigener X3- und X5-Kamera
  • hoher Preis
  • Lüftung recht laut
  • kurze Akkulaufzeit

Bewertung

  • Handhabung 95%
  • Kamera-Flexibilität 85%
  • Akkulaufzeit 92%
  • Qualität der Aufnahmen 94%
  • Eigengewicht 97%
  • Preis-Leistungs-Verhältnis 99%
Chris Westphal